Danias Garten

Vom Pflanzen, Nähren, Blühen und Ernten…

Look at me! March 6, 2015

This morning I realized something.
My 4 year old son called out: “Mama, look at me!” And he showed me how he could jump on one leg over the bathroom rug. Which didn’t go very well, but he kept trying and wanting to show me.

I remembered all the “Mama, look at!”s I have heard in my life so far, and deep inside me I started to understand where they come from:
More than anything else we want to be seen.
We want to feel connected to the people around us, we want them to see who we are, what we do.
It doesn’t get less when we get older.
It only becomes more painful.
Because we reach out to people that are NOT our Mom and Dad, who know us inside out, and who (hopefully) never stop answering when we show ourselfes.
Now we reach out to strangers. People that we give power over us, a power to decide whether we’re good or bad, beautiful or ugly, genius or only medium or completely useless.
And the worst part: they’re not even aware!
They might say something or not say what we wanted them to say, accidently, without thinking, and our world crumbles.
What a mess!
And it becomes more complicated, because after a while we edit what we show. We’re not only editing for facebook, we are editing for everyone in our life. Only showing the pretty face. With a lot of photoshopping before we put it out there. Keeping the fear and the vulnerability to ourselfes.
How do we expect to be seen, then?
And so we are lonely. We keep reaching out, but we’re never fully satisfied with what we get back. We shout: “Look at me!”, and we show our jumping over bathroom rugs, but maybe no one’s interested and we may never hear “well done!”
We sit down, exhausted, and wonder: why jump if nobody’s looking?

This is what I felt like this morning: Lonely. Exhausted. Wondering: why jump?
…when my 4 year old called out: “Mama, look!!!”
And I looked.
And I saw. And I answered. And I gave him what he needed.
Christian tradition teaches us that giving is more blessed than receiving.
Perhaps we have to learn this all over again, on many levels.
Maybe I have to look even deeper than before. Not ruminating over “who is seeing me? Who is praising me?” It is in our nature that we want to be seen, I know that.
But in times that we’re not seen or heard, it doesn’t mean that there’s nothing left for us to do. We can turn the whole thing around and open our eyes.
It doesn’t have to be about you. You want it to be. But maybe it’s more about what you see. What you look at. About who you see. And what answer you give to them.

So, today, I will turn around to every single “Look at me!!!”, and give.
Give my time, my attention. Mary Oliver writes: “Attention is the beginning of devotion.”
And devotion is a form of love.
And love is what it all comes down to anyway. Right?

And now, please excuse me, my sons want to show me how they ride their bikes…

Look at!

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“Child of the Day” November 4, 2012

Meine Tochter wurde vergangene Woche in ihrer Schule zum “Student of the Month” gekürt.

Das ist die höchste Auszeichnung, die man erhalten kann, sie berücksichtigt neben rein akademischen Leistungen auch Charakter und Einsatz. J.’s Lehrerin wusste so viel Positives über sie zu berichten! Mein großes  kleines Mädchen stand mit ihren 7 Jahren und hochroten Wangen stolz neben ihr und nahm strahlend den Preis entgegen. (Oh nein! Bumper Stickers für’s Auto!!)

Schnitt, Szenenwechsel, Sprung zum Abend vorher, 20 Uhr 30

Ein verzweifeltes kleines Mädchen liegt tränenüberströmt in meinen Armen: “Mama, ich hab heute so viel falsch gemacht! Es tut mir Leid!” J. ist ernsthaft am Boden zerstört, weil sie

a) heute zwei Mal ihren Teller nicht abgeräumt und in die Spülmaschine gestellt hatte, wie es eigentlich aufgetragen war

b) ihrem kleinen Bruder etwas Doofes vorgemacht hatte, was er mit seinen 2 Jahren besser nicht nachmachen sollte

c) so schlechte Laune bei den Hausaufgaben und sich überhaupt nicht angestrengt hatte, schön zu schreiben

Sie fühlte sich so schlecht, sagt sie mir, so als ob sie überhaupt nichts Recht machen könnte.

Ich halte mein Kind an den schmalen Schultern, streichele ihren von Schluchzern geschüttelten Rücken, und versichere ihr ernsthaft:

“Mein Schatz, du bist das wunderbarste kleine Mädchen, das ich kenne! Du bist mein Goldstück und mein Sonnenschein! Wir alle machen manchmal Sachen falsch, und ich bin vielleicht etwas streng, wenn es darum geht, was du deinem kleinen Bruder zeigst. Aber das bedeutet doch nicht, dass du nun gar nichts richtig machst! Du bist großartig!

Du bist die beste große Schwester, die ich kenne! Du liebst deine Brüder und tust alles, um sie zum Lachen zu bringen, du hilfst F. auf’s Töpfchen, du schnallst L. für mich im Auto an, du hilfst beim Aufräumen im Haus, du bist ganz toll in der Schule, du singst wunderschön und lachst so toll, und machst uns alle hier so viel fröhlicher! Du bist die Größte im Grimassenschneiden, du hast immer neue gute Ideen. Du kannst in 2 Sprachen super lesen und schreiben! Wir beide haben zusammen schon so viel durchgemacht, was haben wir in den letzten Jahren alles erlebt! Und dabei bist du erst 7 Jahre alt! Du bist ein ganz ganz wunderbarer, guter Mensch, und du machst mich so glücklich und stolz!”

J. schaut in meine Augen, als ob sie darin sehen will, ob ich auch die Wahrheit sage. Anscheinend sieht sie meine Worte bestätigt.

Nach einem abschließenden Schniefen kann die Nachtruhe fortgesetzt werden.

Und nun also saß ich in der kleinen Bank in J.’ Schule, hörte, wie viel Positives diese fremde Frau über mein Kind sagte, sah vor meinem geistigen Auge mein verzweifeltes kleines Mädchen von gestern Abend (“ich habe heute so viel falsch gemacht”), und ich schämte mich.

War ich zu schnell verurteilend?

Machte ich J. zu oft auf Unzulänglichkeiten aufmerksam?

Gab ich ihr durch mein Verhalten nicht genug Selbstvertrauen?

Warum saß mein Kind gestern Abend wie ein Häufchen Elend im Wohnzimmer und wurde heute hier vor der ganzen Schule gelobt und geehrt?

In dieser Stunde, in diesem Multi-Purose-Room in diesem Städtchen in Kalifornien, beschloss ich, jedes meiner Kinder ab sofort zum CHILD OF THE MONTH zu machen, ach, was sage ich, CHILD OF THE DAY!

Wir Großen leben in einer Welt, in der es selbstverständlich ist, zu funktionieren. Keiner lobt uns dafür, dass wir den Haushalt schmeißen, in unserem Beruf unseren Mann stehen, oder freundlich zu unseren Mitmenschen sind.

Unsere Fehler aber, die werden gerne gesehen, und wenn es andere nicht tun, sind wir selbst ganz schnell dabei, uns anzuklagen.

Wo ist die Gnade? Wo ist die Wertschätzung?

Das ist nicht, was ich meinen Kindern  mit auf ihren Weg geben will…

Ich will ihnen zeigen, wie wertvoll sie mir sind. Wie wunderbar es ist, sie um mich zu haben. Was für großartige Künstler, Geschichtenerzähler, Musiker, Maler, Bastler und Quatschmacher sie sind! Will ihnen sagen, wenn sie etwas besonders gut gemacht haben. Will ihr Gefühl für das Wunderbare und Großartige, was sie sind, stärken.

Und wenn etwas schiefläuft, will ich weniger streng, anklagend, enttäuscht, ungeduldig sein.

Unsere Kinder brauchen Gnade.

Wir alle brauchen Gnade.

Ist es nicht viel sinnvoller, in unserem Gegenüber die Lust am “gut sein” und “richtig machen” zu wecken, als es für seine Fehler zu tadeln?

Wir alle wären doch lieber “Mensch des Monats” für jemanden, “Freund des Tages”, “Mutter der Woche”, “Mann der Stunde”.

Und so wird es jetzt gemacht:

meine Kinder sind meine “CHILDREN OF THE DAY”, und jeden Abend sage ich ihnen, was sie heute zum “Kind des Tages” gemacht hat. Sie gehen mit einem vollen Herzen und strahlenden Augen schlafen.

Und ich selber bin auch viel glücklicher, und stolz darauf, die Mutter von solch wunderbaren großen kleinen Menschen zu sein!

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